Schwieriger Wechsel

17.Januar 2012

Immer mehr Privatversicherte möchten in eine der gesetzlichen Kassen wechseln. Da sind zum einen die Beitragserhöhungen bei den Privaten, die manche Kunden finanziell überfordern. Zum anderen kämpfen viele Selbständige mit sinkenden Einnahmen und müssen versuchen, ihre regelmäßigen Kosten zu verringern.

Nicht so einfach

Der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Bei Angestellten darf das Jahreseinkommen nicht über 50.850 Euro liegen, wenn sie wechseln wollen. Bei Selbständigen geht es nur, wenn sie ein Arbeitsverhältnis eingehen, bei dem ihr Einkommen die genannte Summe nicht übersteigt. Ein Wechsel in die gesetzliche Versicherung wird möglich, wenn Arbeitslosigkeit eintritt. Dies wünscht sich vermutlich niemand.

Das Alter der Versicherten

Richtig schwierig wird der Wechsel in die gesetzliche Kasse, wenn der Versicherte das 55. Lebensjahr vollendet hat. Der Gesetzgeber will auf diese Art vermeiden, dass Versicherte sich in jungen Jahren zu günstigen Tarifen bei privaten Anbietern versichern, um im höheren Alter die gesetzliche Versicherung in Anspruch zu nehmen. Die Kalkulation der GKV basiert auf dem Prinzip der Solidarität. Die Kassen brauchen junge, gesunde Mitglieder, um die Krankheitskosten der Älteren auffangen zu können. Ohnehin sind die gesetzlichen Kassen durch den demographischen Wandel belastet. Chronische Krankheiten, deren Kosten immens sind, nehmen stetig zu. Entsteht auch noch ein Überhang an älteren Mitgliedern, gerät das System in Gefahr. Es droht ein Kollaps.

Doch gerade im Alter sind die Beiträge der privaten Krankenversicherung für viele Menschen zu hoch. Nicht jeder, der während seines Berufslebens gut verdient hat, erhält auch eine gute Rente. Selbständige verfügen oft über keine ausreichende Alterssicherung. Auch bei ehemaligen Angestellten reichen die Altersbezüge manchmal nicht aus, um die Kosten der privaten Krankenversicherung zu bewältigen. Hier können Notsituationen entstehen, die Betroffene in eine echte Zwangslage bringen.

Was kann man tun?

Es gibt Wege, das Problem zu lösen. Zum einen sollte geprüft werden, ob ein Wechsel zur GKV über das Prinzip der Familienversicherung möglich ist. Kinder und Ehepartner können unter bestimmten Voraussetzungen bei den gesetzlichen Kassen mitversichert werden. Eine andere Möglichkeit ist der Wechsel in einen Basistarif der privaten Versicherung. Hier sind die Leistungen zwar nicht viel umfangreicher als bei den gesetzlichen Kassen. Doch dafür sind auch die Beiträge moderat.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.privatekrankenversicherung.org/

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