Die häusliche Pflege
Wer wünscht es nicht, den eigenen alten Eltern den Aufenthalt in einem Heim ersparen zu können. Aber die häusliche Pflege eines Angehörigen belastet das ganze Umfeld.In Deutschland werden ca. 1,5 Millionen Menschen zu Hause von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten betreut. Der Tagesablauf des Pflegers wird komplett auf den Kopf gestellt. Je nach Pflegestufe bedeutet ein zu pflegender Angehöriger sich selbst völlig in den Hintergrund zu stellen, auf Freizeit und Hobbys zu verzichten, sowie den größten Teil des Tages zur Pflege zur Verfügung zu stehen. Nicht nur der seelische Aspekt spielt eine große Rolle, auch der körperliche Aspekt muss bedacht werden.
Einen alten Menschen jeden Morgen zu waschen, ihn jeden Tag hygienisch zu versorgen, zu lagern und umzubetten, stellt eine große Herausforderung dar.
Bevor man sich auf die Pflege eines Angehörigen einlässt, sollte man versuchen sich möglichst objektiv die Frage zu stellen: bin ich dieser Aufgabe auch wirklich gewachsen?
Nach Möglichkeit sollte diese Entscheidung in der ganzen Familie getroffen werden, denn die fehlende Zeit der pflegenden Person, beeinflusst auch alle anderen Familienmitglieder.
Ist genügend Platz vorhanden? Hat die pflegebedürftige Person ein eigenes Zimmer oder kann dieses eingerichtet werden? Reicht der Platz eventuell für ein Pflegebett?
Wird ein Angehöriger zum Pflegefall, dann sollte man eine solche Entscheidung niemals von heute auf morgen treffen.
Viele Krankenkassen bieten aber in solchen Situationen ihre Hilfe an. So kann zu Beginn ein ambulanter Pflegedienst Hilfestellungen geben und dem Pflegenden zu Beginn hilfreich zur Seite stehen und ihn anleiten. Auch Pflegekurse werden von privaten und gesetzlichen Krankenkassen angeboten und deren Kosten übernommen. Wichtig, der Pflegende sollte sich immer Rat und Unterstützung holen und solche Situationen nicht allein bewältigen müssen.
Auch bei der richtigen Auswahl des Pflegedienstes sind Krankenkassen gerne behilflich.
Um sich und die Angehörigen während der Zeit der Pflege eines Angehörigen zu entlasten, werden auch Pflegehilfen seitens der Kassen für diese Zeit bezahlt.
So kann zum Beispiel während eines Urlaubes ein entsprechender Pflegedienst die Pflege weiterhin übernehmen.
Kein Pflegender sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn er Zeit für sich in Anspruch nimmt. Nur ein Mensch der ausgeglichen ist und neben der Pflege Zeit für sich und seine Familie hat, ist ein guter Pfleger.
Niemand erwartet, dass man sich jahrelang 24h ausschließlich der Pflege widmet.
jetzt kommentieren? 22. April 2008