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Beitragsänderung bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Alle Menschen haben die freie Wahl, bei welcher Krankenversicherung sie ihren Schutz abschließen möchten. Sowohl bei den gesetzlichen als auch bei den privaten Kassen waren die Höhe der monatlichen Kosten sowie das Leistungspaket die ausschlaggebenden Gründe für die Wahl. Während die Beiträge der privaten Kassen risikobasiert aufgebaut sind, berechnen die gesetzlichen Kassen einen festgelegten Prozentsatz des Gehalts. So zahlen gesetzlich versicherte Personen mit einem höheren Einkommen mehr Geld ein als Personen mit einem kleinen Einkommen.Bislang konnten die gesetzlichen Kassen frei festlegen, welchen Prozentsatz des Gehalts sie beanspruchen. Deshalb existieren größere preisliche Unterschiede zwischen den Kassen, ohne deutliche Differenzen hinsichtlich der Leistung. Vor allem die günstigeren Betriebs- und Innungskrankenkassen erfreuten sich daher einer großen Kundenzahl.

Nun wurde ein einheitlicher Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen festgelegt, der bei 15,5 Prozent liegt. Ab dem 01. Januar 2009 wird dieser wirksam. Der Grund für die Beitragsänderung ist die Tatsache, dass allen gesetzlich Versicherten die gleiche medizinische Behandlung offensteht, jedoch einige mehr und andere weniger dafür bezahlen. Mit der Angleichung soll gewährleistet werden, dass alle Versicherten in gleichem Maß für ihre Behandlung aufkommen. Vor allem die Personen, die bei einer Kasse versichert sind, die bislang einen Beitragssatz von 13 oder 13,5 Prozent erhoben hat, werden die Umstellung deutlich spüren. Die Versicherten einer der teureren Kassen dagegen werden durch die Anpassung entlastet. Besonders betroffen von der Einführung dieser Regelung sind Rentner, für die keine Sonderregelung gelten wird und die von ihrer kleinen Pension noch weniger haben werden.

Sicherlich wird die Umsetzung des Einheitsbeitragssatzes sich auch auf die Krankenkassen auswirken. Zusammenschlüsse verschiedener Kassen sind zu erwarten, so fusionierten bereits die IKK und die Techniker Krankenkasse. Für die Versicherten hat dies keine Auswirkungen, ihr Versicherungsschutz besteht ununterbrochen, die Zusendung der neuen Versichertenkarte und weiterführender Informationen läuft automatisch.

Ob die Kassen durch die gleichmäßig verteilten Beiträge auch ihr Leistungsspektrum ausbauen werden, bleibt derzeit abzuwarten.

jetzt kommentieren? 25. Januar 2009

Anhebung der Krankenkassenbeiträge

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden im Januar 2009 alle auf ein einheitliches Niveau angehoben. Diese Beitragssätze bedeuten eine neue Höchstmarke. Besonders Frauen sind, wie selbst Wirtschaftszeitungen in etlichen Artikeln einräumen, bei der Bezahlung ihren männlichen Kollegen gegenüber benachteiligt.  In einer solchen Situation gilt es mögliche Einsparpotenziale zu nutzen. Auch bei der Krankenkasse sehen manche berufstätigen Akademikerinnen die Möglichkeit, sinnvoll Geld einzusparen. Durch offensive Werbung wird speziell um diese Klientel geworben. Die Versprechungen der Versicherungsanbieter sind, vor allem für Frauen, oftmals interessant. Bessere Leistungen für weniger Beiträge, eigentlich eine klare Sache. Doch so einfach ist es nicht wie es die Werbeabteilungen der privaten Versicherungsgesellschaften suggerieren. Denn nicht für jede Frau ist ein Wechsel in die Privatversicherung langfristig gesehen vorteilhaft. Vor einem Wechsel der Krankenversicherung sollte sich die Akademikerin gut überlegen, wie sich ihr Leben in den nächsten Jahren gestalten soll. Beispielsweise muss der Kinderwunsch berücksichtig werden.Akademikerinnen die freiberuflich oder als selbständige Unternehmerin tätig sind und keine Kinder haben, profitieren in den meisten Fällen von dem Wechsel zu einer privaten Krankenkasse. Gleiches gilt, wenn sich die Akademikerin in einem Angestelltenverhältnis befindet und Single ist. Ebenfalls von Vorteil ist der Wechsel in die private Krankenversicherung für eine Akademikerin, wenn sie verheiratet ist und der Ehemann ebenfalls ein hohes Gehalt bezieht. Ist die Akademikerin Beamtin muss sie in der privaten Krankenversicherung sein. Der Dienstherr bezuschusst mit der Beihilfe die private Krankenversicherung. Ist die Akademikerin verheiratet und hat ein eigenes Kind, ist der Wechsel in die private Krankenversicherung vorteilhaft.

Von einem Wechsel in die private Krankenversicherung sollte die Akademikerin absehen, wenn sie zwei Kinder oder mehr hat und es nur einen Hauptverdiener in der Familie gibt. Akademikerinnen welche das 42 Lebensjahr vollendet haben und als Angestellte, Freiberuflerinnen oder Selbständige arbeiten, bei dieser Konstellation kann ein Wechsel in die private Krankenversicherung sehr teuer kommen.

jetzt kommentieren? 18. Dezember 2008

Ärzte verlassen das Land

Die Arbeitsbedingungen für deutsche Ärzte sind im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ausgesprochen ungünstig. Kein Wunder, dass Dreiviertel aller jetzigen Medizinstudenten planen, nach ihrer Ausbildung Deutschland zu verlassen und anderswo zu arbeiten. Diese Erkenntnis bringt eine Umfrage unter Medizinstudenten, die nach ihren beruflichen Plänen befragt wurden.Wer in Deutschland als Arzt arbeitet, muss sich auf unangenehme Arbeitszeiten, viele Überstunden und ein verhältnismäßig geringes Einkommen einstellen. Genau dies sind die Gründe, warum viele lieber in einem anderen Land tätig sein möchten.

Die Ursache für die schlechten Zukunftsaussichten sehen die jungen Mediziner in der Struktur des deutschen Gesundheitswesens. Hier ist nach der überwiegenden Ansicht keine Besserung in Sicht; vielmehr ist es fast einhellige Meinung, dass dieses System mit den eingeleiteten Maßnahmen nicht reformiert werden kann, sondern vielmehr noch sehr viel komplizierter, ungerechter und teurer werden wird. Da ein politischer Wille, hier grundlegend etwas zu verändern, nicht erkennbar ist, sehen die meisten in Deutschland auch langfristig keine berufliche Zukunftsperspektive.

Die Wunschländer, in die die Mehrheit abwandern will, befinden sich vor allem in Skandinavien. Aber auch die Schweiz scheint sehr attraktiv zu sein, ebenso auch Großbritannien und sogar die Vereinigten Staaten. Die wichtigsten Auswanderungsmotive sind die bessere Bezahlung und angenehmere Arbeitsbedingungen.

Ein Großteil der über viertausend Befragten Medizinstudenten hat vor dem Studium einen medizinischen Beruf erlernt um dann später aus Interesse an der Materie ein Studium aufgenommen. Trotz der harten Bedingungen sowohl im Studium als auch im späteren Berufsleben würde sich die Mehrheit wieder für diesen Weg entscheiden.

jetzt kommentieren? 30. November 2008

Neuer Standardtarif bei der PKV ab 2009

Die Gesundheitsreform und die Erhöhung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung schlagen sich nun auch in den Tarifen der privaten Krankenversicherung nieder. Ab 2009 müssen alle privaten Versicherer einen Standardtarif anbieten, der sich hinsichtlich des Leistungsumfangs an dem der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert. Der Versicherte erhält nach diesem Tarif keine volle Kostenübernahme durch die Versicherung, sondern wird nach der Vorgabe der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet.

Der Standardtarif richtet sich ausschließlich an eng skizzierte Personengruppen, die aus verschiedenen Gründen die Kriterien für einen vollen Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung nicht mehr erfüllen können. So können Personen ab einem Alter von 55 Jahren in den Standardtarif wechseln, wenn ihr Einkommen unter die Bemessungsgrenze fällt. Diese Regelung betrifft jedoch die Menschen, die bereits seit mindestens zehn Jahren mit einem zuschussberechtigten Tarif versichert waren; gesetzlich Krankenversicherte können demnach nicht in den Standardtarif wechseln. Ab einem Alter von 65 Jahren können die Versicherten der PKV ohne einen triftigen Grund den Standardtarif wählen. Der Vorteil hier ist eine finanzielle Ersparnis, denn die Beiträge orientieren sich an den Höchstbeträgen der gesetzlichen Krankenversicherung und fallen somit günstiger aus. Problematisch ist jedoch das Abrechnungssystem dieses Tarifs. Der Patient muss den behandelnden Arzt darauf hinweisen, dass er nach der Gebührenverordnung der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden muss, denn nur diese Kosten werden übernommen. Werden für die Behandlung die Gebühren für die private Krankenversicherung veranschlagt, bleibt der Patient auf einem Teil der Kosten sitzen, denn der Standardtarif kommt für die höheren Sätze nicht auf. Hier kann es zu Schwierigkeiten kommen, denn nicht alle Ärzte wollen oder können sich danach richten. Vor allem Heilpraktiker und Physiotherapeuten verzichten in einem solchen Fall auf bares Geld.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Familienangehörige im Standardtarif nicht mitversichert werden können. Weder die erwerbslose Ehefrau noch die Kinder können aufgenommen werden sondern benötigen einen eigenen Versicherungsschutz. Auch die Kombination mit anderen Teilversicherungen ist nicht zulässig.

Personen, die einen Wechsel in den Standardtarif überlegen, sollten das Gespräch mit einem unabhängigen Berater suchen und sich über die Vor- und Nachteile aufklären lassen und ein Vergleichsangebot einer gesetzlichen Krankenversicherung einholen.

jetzt kommentieren? 26. November 2008

Die Knappschaft gewinnt

Die Deutsche Knappschaft sieht dem nächsten Jahr zuversichtlich entgegen. Die deutschlandweit aktive Renten,- und Krankenversicherung konnte wiederum neue Versicherte dazu gewinnen. Die Einnahmen sind daher in diesem Jahr um beinahe zwanzig Prozent gestiegen. Die Kasse plant daher, im nächsten Jahr, sobald die Gesetzesänderungen dies ermöglichen, ihren Mitgliedern Prämien zu bezahlen. Außerdem soll den Mitglieder künftig mehr geboten werden, Leistungen werden ausgebaut. Das hat die Vertretung der Knappschaft kürzlich bekannt gegeben.Der nächstes Jahr einzuführende Gesundheitsfonds, in dem alle Mitgliedsbeiträge von allen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen gesammelt und von dort an die einzelnen Kassen verteilt werden, scheint der Knappschaft nach deren Berechnungen deutliche Mehreinnahmen zu beschweren. Durch den Mitgliederzuwachs sind natürlich nicht nur die Einnahmen gewachsen, sondern ebenso die Ausgaben, die die neuen Versicherten verursacht haben. Mehrausgaben hat auch die Pflegeleistung verursacht, da die Reform der Pflegeversicherung verschiedene zusätzliche Leistungen zugunsten von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen vorsieht. Da die Knappschaft durch relativ viele Versicherte, die auf Grund von Erkrankungen viele Leistungen in Anspruch nehmen, aus dem Gesundheitsfonds mehr Geld erhalten wird als Kassen, die im Schnitt gesündere Versicherte haben, wird sich auch aus diesem Grund im nächsten Jahr die Einnahmeseite dieser Versicherung verbessern. Das Geld aus dem Gesundheitsfonds wird nämlich unter anderem danach aufgeteilt, wie viele Risiken eine einzelne Kasse durch ihre Versichertenstruktur hat. Wer viele schlechte Risiken versichert hat, ist finanziell erst einmal im Vorteil.

Sobald feststeht, wie hoch die Einnahmen tatsächlich sein werden, wird eine Entscheidung darüber erwartet, ob im nächsten Jahr Prämien ausgezahlt werden sollen. Leistungen, die auf Grund der Gesundheitsreform künftig nicht mehr im Standardleistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind, werden von den Kassen durch kostenpflichtige Zusatzversicherungen weiterhin angeboten. Die Knappschaft plant auch ein Bonussystem, das für Versicherte gültig sein soll, die regelmäßig an Vorsorgemaßnahmen teilnehmen.

jetzt kommentieren? 20. November 2008

PKV leidet an Mitgliedermangel

Die privaten Krankenversicherer sehen nicht nur schweren Zeiten entgegen, sondern sie machen bereits welche durch. Die zahlreichen Erschwernisse, die der Gesetzgeber der PKV aufgebürdet hat und die den Kreis potentieller Neukunden immer mehr einschränken, machen sich bereits seit geraumer Zeit bei den Unternehmen deutlich bemerkbar. So wurde die Beitragsbemessungsgrenze vor einem Jahr erneut angehoben und nicht nur das. Den Betrag, den man erst einmal als jährliches Einkommen nachweisen muss, bevor man überhaupt die Voraussetzung erfüllt, aus der gesetzlichen Krankenversicherung in eine private Krankenversicherung zu wechseln, muss nicht nur erreicht sein, sondern man muss ihn auch drei Jahre in Folge haben, bevor man einen Antrag bei einer PKV mit Aussicht auf Erfolg stellen kann. Kein Wunder, dass sich die Zahl der Neukunden bei der PKV in überschaubaren Grenzen hält. Im letzten Jahr konnten die privaten Versicherer nur die Hälfte an Neukunden gewinnen wie noch im Jahr zuvor. Diese Entwicklung scheint sich nach den neusten Zahlen auch fortzusetzen. Einen Lichtblick gibt es jedoch: da immer weniger Menschen die Möglichkeit haben, sich privat zu versichern und auf der anderen Seite die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung immer mehr eingeschränkt werden, nutzten sehr viele die Möglichkeit, private Krankenzusatzversicherungen abzuschließen um die Lücken bei der GKV zu schließen. Entsprechend gut laufen die Geschäfte bei der PKV in diesem Bereich.In Zahlen bedeutet dies, dass Ende letzten Jahres knapp neun Millionen Menschen eine private Krankenvollversicherung hatten. Ende dieses Jahres hat sich diese Zahl allerdings kaum merklich nach oben entwickelt. Nur noch etwa sechzig Tausend Neukunden konnte die PKV im vergangenen Jahr verbuchen. Die Zahlen aus dem laufenden Jahr lassen erkennen, dass sich dieser Negativtrend unvermindert fortsetzt. Die Branche selbst führt dies ebenfalls auf die Regelungen der Gesundheitsreform zurück, die einen Wechsel in die PKV schwieriger macht.

Bei den Zusatzversicherungen konnte die PKV im vergangenen Jahr ein deutliches Plus von etwa zwei Millionen Neukunden verbuchen.

jetzt kommentieren? 10. November 2008

Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer jahrelang Mitglied einer privaten Krankenvollversicherung war, wird die Vorzüge wohl zu schätzen wissen. Jedoch können Lebenssituationen sich ändern, in denen die kostspielige Krankenversicherung schnell zur Last werden kann. Wer beispielsweise arbeitslos wird, wird sich oft wünschen, wieder Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu sein. Auch andere Gründe können eine Motiv für die Rückkehr sein, so zum Beispiel wenn eine Familiengründung ansteht und man die kostenlose Familienversicherung der GKV gerne nutzen würde. Die PKV zeigt mitunter wenig Mitgefühl, wenn ihr Kunde, auch auf Grund einer Krankheit, nicht mehr zahlungsfähig ist. Das kann heute beinahe jedem passieren. Wer heute noch einen gut bezahlten Job hatte, kann morgen schon auf der Straße stehen, mit einer ungewissen Zukunft. Wer arbeitslos ist, kann sich beim Antrag auf Arbeitslosengeld entscheiden, ob er in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren will. Das geht jedoch nur dann, wenn man wenigstens fünf Jahre zuvor Mitglied einer PKV war. Bleibt man bei der PKV und beantragt die dafür erforderliche Befreiung, so erhält man vom Arbeitsamt für sich selbst eine Zuschuss für die Beiträge in der Höhe, wie sie auch für die gesetzliche Krankenkasse erforderlich wären. Die Familie muss man allerdings aus eigenen Mitteln versichern. Wer damit rechnen muss, sobald keine Job mehr zu finden, mit dem er sich eine private Krankenversicherung leisten kann, sollte in die GKV zurückkehren, was auch den Vorzug einer kostenlosen Familienversicherung zur Folge hat. Das ist allerdings nur möglich, wenn man noch keine fünfundfünfzig Jahre alt ist.

Die Vorteile zeigen sich auch, wenn man als Arbeitsloser länger krank wird. Dann springt ab der siebten Woche die Krankenkasse ein, da man ab dann kein Arbeitslosengeld mehr erhält.

Wer älter als fünfundfünfzig ist, dem ist der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung weitgehend versperrt. Selbst wenn man jenseits dieser Altersgrenze arbeitslos wird, hat man kein Recht auf Rückkehr in die GKV. Einzig die die allgemeinen Ortskrankenkasse nehmen diese Personen noch auf, aber nur, wenn sie im Verlauf der vorangegangenen fünf Jahre zumindest kurzfristig Mitglied einer GKV waren. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, dem bleibt nur noch der harte Weg zurück, indem er Bezieher von Harz IV wird. Dann dürfen auch über Arbeitslose über fünfundfünfzig wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung und dürfen dort auch auf Dauer bleiben.

jetzt kommentieren? 04. November 2008

Krankenhausfinanzierung - jetzt reden auch die Gewerkschaften mit

Die zukünftige Krankenhausfinanzierung ist trotz des Rettungspaketes der Bundesregierung nach wir vor ungewiss. Die drei Milliarden Euro, die die Kliniken in Zukunft zusätzlich erhalten sollen und die von den gesetzlich Versicherten aufgebrachten werden müssen, genügen nach Ansicht der Vertreter der Krankenhäuser bei weitem nicht, um alle Aufgaben zu erfüllen und um Patienten fachgerecht zu versorgen. Geäußert hat sich zum Thema inzwischen fast jeder, zuletzt die Arbeitgeber, die durch das Rettungspaket einen weiteren Anstieg des Einheitsbeitrags zur Krankenversicherung im nächsten Jahr befürchten und dadurch Problem für die Unternehmen sehen. Inzwischen sind es fast sechszehn Prozent, die man künftig an den Einheitsfonds wird abführen müssen. Zu den Kosten für die Krankenhäuser kommen auch noch die zusätzlichen Honorare für die Ärzteschaft, die ebenfalls von den Versicherten getragen werden müssen. Statt das Gesundheitswesen finanzierbarer zu machen, droht die Gesundheitsreform die Kosten in nie gekannte Höhe zu treiben, wobei ein Ende noch nicht abzusehen ist.Wo Arbeitgeber sich äußern, ist die Gewerkschaft naturgemäß nicht weit. Diese hält die Position der Arbeitgeber für falsch, obwohl der im freien Aufstieg befindliche Einheitsbeitrag die Arbeitnehmer nicht weniger belastet. Gerade Geringverdiener und untere Lohngruppen werden künftig für ihre Krankenversicherung im Verhältnis besonders stark belastet. Die Klientel der Arbeitgeber hingegen ist da erst einmal fein raus. Wer Kunde einer privaten Krankenvollversicherung ist, muss sich um den Einheitsbeitrag jedenfalls erst einmal keine Sorgen machen. Keine Sorgen haben auch die Arbeitnehmer, die die Bemessungsgrenze für den Eintritt in die private Krankenversicherung überschritten haben, also jederzeit aus der gesetzlichen Krankenkasse ausscheiden können.

Die etwas weit hergeholte Begründung der Gewerkschaft, die Arbeitgeber würden die Kosten des Gesundheitswesens selbst in die Höhe treiben, weil immer mehr Arbeitnehmer durch die Arbeit krank würden, kann da nicht recht überzeugen. Richtig ist zwar, dass der Stress und die Belastung kontinuierlich zunimmt und tatsächlich die dadurch verursachten Krankheitsbilder ansteigen. Der größte Kostentreiber ist aber nach wie vor die Pharmaindustrie, die immer höherer Preise für Medikamente bei den Kassen abrechnet.

jetzt kommentieren? 04. Oktober 2008

Rettungspaket für Kliniken unterwegs

Die deutschen Krankenhäuser leiden an einer dramatischen Unterfinanzierung, und dies bereits seit Jahren. Die Kosten, insbesondere für Medikamente, laufen den Häusern davon und die Sparpotentiale sind, jedenfalls bei Personal schon langer mehr als ausgeschöpft. Mittel fehlen auch auf Grund der Tatsache, dass die Krankenkassen seit geraumer Zeit versuchen, sich aus ihrer Pflicht zu stehlen, die Krankenhäuser mit zu finanzieren.Die Regierung hat nunmehr einen Rettungsplan beschlossen. Im kommenden Jahr erhalten die über zweitausend Häuser über drei Milliarden Euro zusätzlich. Bezahlen darf diese großzügige Geste nicht etwa der Steuerzahler, sondern es werden wieder einmal lediglich die gesetzlich Versicherten zur Kasse gebeten. Sie sollen die Summe noch zusätzlich aufbringen. Das bedeutet konkret, dass der Einheitsbeitrag für den neuen Gesundheitsfonds, der ab nächstem Jahr eingeführt werden soll, nochmals erhöht wird, und zwar nur auf Grund dieses Hilfspaketes um bis zu einem Drittel Prozentpunkte. Der insbesondere von den Arbeitgebern geforderte Höchstsatz von unter vierzehn Prozent als Krankenkassenbeitrag kann somit auf gar keinen Fall gehalten werden. Im Gegenteil, der voraussichtliche Beitrag bewegt sich schon jetzt deutlich auf die sechzehn Prozent zu. Dabei sind die Kosten für die Honorarerhöhung der Ärzte noch gar nicht mit eingerechnet. Insgesamt wird der Krankenkassenbeitrag künftig für alle höher liegen, als bislang für die Versicherten in der teuersten Kasse. Das lässt erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob der beabsichtigte Einspareffekt durch den Gesundheitsfonds sich noch irgendwo bemerkbar machen wird, ausgenommen bei den Leistungskürzungen, die ebenfalls schon feststehen.

Das Hilfspaket sieht vor, dass die Kosten für Personal zur Hälfte von den Versicherten getragen werden. Außerdem sollen mit dem Geld über zwanzig Tausend neue Kräfte eingestellt werden. Kosten für die Instandhaltung der Gebäude müssen die Kliniken in Zukunft gar nicht mehr aufbringen.

Kritiker des Hilfsangebotes bemängeln hingegen, dass diese Mittel bei weitem nicht ausreichen würden, um den Krankenhäuser tatsächlich dauerhaft und im erforderlichen Umfang zu helfen.

jetzt kommentieren? 25. September 2008

Einheitsbeitragssatz soll niedrig bleiben

Ab nächstem Jahr wird es einen einheitlichen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung und zum Basistarif der privaten Krankenversicherungen geben. Eingezahlt wird dieser von allen Versicherten in einen gemeinsamen Fonds, der wiederum die Gelder nach einem bestimmten Schlüssel an die einzelnen Kassen verteilt. Seit der Fonds beschlossen ist, erhöht sich von Monat zu Monat der voraussichtliche Beitrag, den man künftig für seinen Versicherungsschutz abzuführen hat. Nach augenblicklichen Prognosen wird er deutlich über fünfzehn Prozent liegen. Diverse Zusatzkosten, die ebenfalls im Rahmen der Gesundheitsreform entstanden sind, wie etwa die beschlossenen Erhöhung der Ärztehonorare, treiben den Satz zusätzlich in die Höhe. Angesichts der Tatsache, dass auch die Finanzierung der Krankenhäuser noch nicht geklärt ist und dort noch ganz erhebliche Mittel fehlen, darf man damit rechnen, dass das endgültige Ergebnis noch deutlich über den jetzigen Prognosen liegen wird.Vertreter der Wirtschaft sehen diesen Prozess äußerst kritisch und verlangen, dass der Beitrag nicht über fünfzehn Prozent liegen dürfe.

Das dies möglich sei, wird damit untermauert, dass die Kassen auch ohne Beitragserhöhung erhebliche zusätzliche Einnahmen hätten, da Löhne und Gehälter gestiegen seien und somit auch anteilig die abgeführten Beiträge zur Sozialversicherung. Darüber hinaus steht eine Anhebung des so genannten Bundeszuschusses an, der den Kassen weitere Mittel für eine Versorgung auf hohem Niveau zur Verfügung stellt. Die Wirtschaft befürchtet Gefahren für die konjunkturelle Entwicklung, sollte der Beitragssatz über die genannte Marke steigen. Daher sind die Verbände gegen eine Erhöhung der Arzthonorare und weitere Mittel zum Unterhalt der Krankenhäuser.

Der Bund strebt an, dass die Beiträge die Kosten für die Gesundheitsvorsorge vollständig abdecken. Dagegen halten die Wirtschaftsvertreter, dass der im nächsten Jahr noch deutlich höhere Bundeszuschuss eine volle Kostendeckung durch Beiträge unnötig machen würde. Weitere Mittel stünden bereit, wenn wie geplant der Beitrag des Staates für Langzeitarbeitslose für die Krankenversicherung angehoben würde. Eine Kostendeckung wäre dann angeblich zu erreichen.

jetzt kommentieren? 23. September 2008

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