Gesundheitsfonds und Finanzkrise
Der nächste Jahr startende Gesundheitsfonds könnte durch die aktuelleFinanzkrise in Schwierigkeiten geraten. Da er ohnehin umstritten ist, wäre es durchaus im Interesse mancher Beteiligter, wenn die Finanzierung der neuen Einheitskasse für die gesetzlichen Krankenkassen im letzten Moment noch scheitern würde. Die zuständigen staatlichen Stellen behaupten zwar, die Finanzierung sei gesichert, aber das kann man im Augenblick nicht mit letzter Gewissheit sagen. Die Pleite der Lehman - Bank in den USA könntedie angeblich sichere Finanzierung in Frage stellen, da noch nicht klar ist, ob dort Gelder der gesetzlichen Krankenkassen angelegt wurden und ob es daher gegen die Konkursmasse Forderungen gibt. Da die Bank auch in Deutschland eine Niederlassung hat, ist es durchaus wahrscheinlich, dass wenigstens teilweise öffentliche Gelder auch dort angelegt waren. Wie viel man aus der Konkursmasse noch wird erlösen können, ist derzeit völlig unklar, falls überhaupt noch etwas zu holen sein sollte.Die Kritiker des neuen Fonds geben vor allen Dingen zu bedenken, dass im Augenblick keine der über zweihundert deutschen gesetzlichen Krankenkassen weiß, wie viel Geld ihr nächstes Jahr für die Haushaltsplanung zur Verfügung stehen wird. Auch kann niemand, insbesondere wegen der Finanzkrise, genau sagen, wie sich die Beitragsentwicklung angesichts des erwarteten geringeren Wirtschaftswachstums gestalten wird. Angesichts der vielen Unwägbarkeiten, ist es sogar denkbar, dass bereits nächstes Jahr erste Krankenkassen Konkurs anmelden müssen. Da die Kassen ab nächstem Jahr keine Hoheit mehr über die Beitragshöhe haben und sie maximal ein Prozent Sonderbeitrag erheben dürfen, sind ihnen in finanzieller Hinsicht weitgehend die Hände gebunden.
jetzt kommentieren? 06. November 2008